Erschreckt euch nicht, denn heute sind im Ganzen nur 1 EL Zucker im Spiel. Ich weiß, eigentlich ja fast schon ein Skandal hier, aber es kann auch mal etwas anderes gebacken werden. Immerhin kann auch Pikantes mit Germteig wunderbar schmecken. Entweder als Snack zwischendurch oder eben als Beilage.

Bei uns war wieder eine dieser Woche, wo es jeden Tag deftiges und reichhaltiges Essen gab, weil es sich eben so zugetragen hat. Doch dann gab es einen Tag, wo ich dann so meinte: ‚Genug Schweinebraten, Nudeln und co für diese Woche. Heute gibt es Suppe!‘ Oh man, die Gesichter hättet ihr sehen müssen. Also Begeisterung wäre ein anderes Kapitel. Es wurde dann im Endeffekt eh keine 0815-Suppe, sondern eine mit etwas mehr, wie soll ich das am besten ausdrücken? OOMPH!

In Omas Garten wachsen und Wuchern die Hokkaidokürbisse schon friedlich vor sich hin. Und bevor sie mich wieder mit ihren alltäglichen Tiraden nervt, dass ich jetzt endlich die Kürbisse vom Garten benutzen soll, lasse ich ihr da keine Chance und benutze sie schon vorher. Und wie wenn ich es gewusst hätte. Keine fünf Minuten, nachdem ich mit dem schneiden des Kürbisses angefangen habe, kommt sie flott bei der Tür herein und fragt schon: ‚Kevin, brauchst denn keine Kürbisse?‘ Ja und der gute Kevin war schon fleißig bei der Zubereitung. Haha, touché!

Also mittlerweile müsstet ihr schon dahinter gekommen sein, welches Süppchen es denn gab: Kürbiscremesuppe. Und da ich das quasi als Hauptspeise meinen Leuten vor die Nase setzen wollte, dachte ich mir, dass es zumindest etwas ‚Anständiges‘ (wie sie es nennen würden) als Beilage gab. Deswegen nahm ich mir am Vortag die Zeit und hab diesen wunderbaren Germteig zubereitet. Danach einfach schnell abgedeckt und über Nacht in den Kühlschrank gestellt. am nächsten Morgen hat mir dann dieser Riese schon entgegen gelächelt.

Nachdem dann alle in Form gebracht wurden und auch ihren Platz in der Form gefunden hatten, kamen sie auch schon in den Ofen. Nach etwa 5 min. kam meine Schwester (halbverschlafen) die Treppe runter und fragte, ob es heute etwa Pizza gibt. Nein, das waren die Brötchen, die so herrlich nach diesem Italienischen Klassiker dufteten. Ich konnte es eigentlich nicht mehr erwarten, bis die Suppe fertig war und wir uns endlich an den Brötchen vergreifen konnten. Nun ja, für ein Dinner hätte ich diese Dinger nicht in meiner (nicht ganz so hübschen) Backform auf den Tisch gestellt. Aber es sind doch ’nur wir‘ gewesen. Ein klassischer Spruch von Mama, wenn etwas nicht ganz so hübsch ist. (Mundart: Eissns jo eh nua mia)

Wer von euch – so wie ich – immer wieder auf der Suche nach einer passenden Form für so etwas ist, die auch etwas hermacht bei einer schön gedeckten Tafel, dem kann ich nur empfehlen einmal hier* vorbeizuschauen. Ich hab da schon mit einer tollen Keramik-Auflaufform* geliebäugelt und ich denke die wird bald Einzug im Hause B feiern. Da kann man dann gleich drin backen und wunderbar auf dem Tisch als Meisterwerk, was diese Brötchen ja sind – präsentieren. Ich bin so verliebt in diese Dinger. So unglaublich weich… aaaaach, ich könnte schon wieder.

Ich lasse euch nun wieder mit dem Rezept alleine und werde vermutlich neben meiner Küchenmaschine anzutreffen sein, da ich dort wieder diesen Teig reinstopfe, damit ich so schnell wie möglich wieder an solche Brötchen kommen kann. Euch wünsche ich noch einen wunderbaren Tag und wir sehen uns ja schon bald wieder. Tschau!


KRÄUTER & KÄSE BRÖTCHEN

Zutaten

Zubereitung

  1. Den Teig am Vortag bereits zubereiten, denn er sollte am besten über Nacht im Kühlschrank aufgehen. 
  2. Wasser, Milch, Zucker und Germ mischen und für 10 min. gehen lassen. Sollte sich der Vorteig nicht verändern, dann von vorne beginnen. Es sollten sich nämlich große Blasen bilden und es sollte stark nach Germ riechen.
  3. Brotmehl (alternativ: Dinkelmehl), Weizenmehl, Knoblauchgranulat, Oregano, Kümmel und Basilikum in einer großen Schüssel oder in der Rührschüssel der Küchenmaschine mischen und eine Vertiefung in der Mitte formen.
  4. In diese Vertiefung kommen die Eier, das Öl und der gegangene Vorteig. Nun den Teig für mindestens 10 min. kneten. Zunächst 3-4 min. auf niedriger Stufe und danach 6-7 min. auf mittlerer Stufe. Der Teig sollte elastisch und weich sein, sollte aber nicht mehr an den Fingern kleben. Bei Bedarf noch etwas Mehl hinzufügen.
  5. Den Teig in eine leicht gefettete Schüssel legen, mit Frischhaltefolie luftdicht abschließen und für mindestens 6 Stunden oder besser über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Der Teig sollte sich fast verdreifachen.
  6. Nach diesen 6 Stunden oder am nächsten Tag, den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und in 15 Portionen teilen (bei mir hatte der Teig in etwa 1080 g und somit hatte jede Portion 72 g – für diejenigen, die auch die Ordnung lieben).
  7. Eine Backform mit etwa 20×30 cm. einfetten und bereitstellen.
  8. Die Portionen zu Kugeln formen und in die vorbereitete Backform legen. Mit einem frischen Geschirrtuch zudecken und an einem warmen Ort erneut für 1 Stunde gehen lassen.
  9. In der Zwischenzeit den Backofen auf 190°C Ober- und Unterhitze (175°C Umluft) vorheizen und den Rost in der Mitte platzieren.
  10. Nachdem die Brötchen erneut aufgegangen sind, mit dem restlichen Öl bestreichen und mit Käse bestreuen.
  11. Nun für etwa 17-22 min. backen oder bis sie goldbraun sind und wenn man drauf klopft, sollten sie hohl klingen.
  12. Komplett abkühlen lassen.
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* Mit freundlicher Unterstützung von Hagen Grote** Als ich den Müller fragte, was denn für ein Mehltyp dieses Brotmehl hat, wurde ich eigentlich nur erstaunt angesehen, wie wenn ich gefragt hätte, ob er mir sagen könnte, was zuerst da war: Huhn oder Ei?

Euer Kevin von

4 Antworten

  1. Lieber Kevin!
    Ich werde deine Brötchen auf alle Fälle bald mal versuchen nachzubacken… Mit dem backen hab ichs ja bekanntlich nicht so! 🙂
    Dein Bericht ist wirklich total sympathisch und erinnert mich sehr an meine Familie!
    Zitat Mama: „Geh des passt schon so, kommt jo sonst kana." 🙂
    Ich wünsch dir jetzt schon mal ein tolles Wochenende!
    Ganz liebe Grüsse
    Sarah

    1. Hi Sarah 🙂

      Ah, das wirst du schon hinbekommen 🙂
      Ja, solche Bemerkungen lernt man glaub ich in der Mama-Schule, damit alle das gleiche Rüstzeug mitbekommen, an Dingen, die man seinen Kindern sagen kann, wenn etwas nicht so funktioniert 😛

      Wünsche dir auch ein tolles Wochenende und liebste Grüße in die Schweiz,
      Kevin

  2. "Nun den Teig für mindestens 10 min. kneten. Zunächst 3-4 min. auf niedriger Stufe und danach 6-7 min. auf mittlerer Stufe."
    Niedrige Stufe: Carina knetet langsam.
    Mittlere Stufe: Carina knetet etwas schneller.

    Danach ist die Carina eh Matsch. (2 Wochen Muskelkater nach dem letzten Mal Kasnudelteig-Kneten! 2 Wochen!!!) :<
    Aber so selten wie ich Teig knete, ist es mir die Sportstunde wohl wert. Bei deinem Teigverbrauch hätte ich bestimmt auch schon eine nicht-menschliche Küchenmaschine dafür! 🙂

    Klingt übrigens sehr lecker! Ich werde diesen Post als Zeichen deuten, dass ich meinen Kürbis (der schon seit…Läääängerem bei mir daheim rumsteht und auf mich wartet) endlich verarbeite. Morgen. Hoffentlich.

    1. Haha, ich stells mir grad vor, wie du genau bis zur 4-Minuten-Marke langsam knetest und dann plötzlich Gas gibst 😛

      Ich hab auch ziemlich oft müssen per Hand kneten, wie meine alte Küchenmaschine so oft unterwegs war 🙁 Ich leide mit dir 😛

      Danke dir 🙂 Kürbissuppe is eh so schnell gemacht und kocht quasi eh von selbst auf dem Herd vor sich hin.

      Liebste Grüße,
      Kevin

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