Es gibt so bestimmte Speisen, die man in manchen Situationen nicht essen ‚darf‘. Wisst ihr was ich meine? Man hat ein Verabredung, einen (Zahn)arzt-Termin oder ein wichtiges Meeting und ein paar Stunden davor hat man ein extragroßes Stück Knoblauchbrot gegessen. Mir ist das dann immer so ein klein wenig peinlich, wenn dann mein Gegenüber merkt oder sogar sieht, was ich zuvor gefuttert habe. Aber auch wenn dieser Mohn Cheesecake seine Spuren in den Zähnen hinterlässt, ist er es allemal wert, dass man sehen kann, was ich mir zu Gemüte geführt habe.

Ihr wisst doch bestimmt schon, dass ich ein Cheesecake-Fanatiker bin. Und da ich schon lange keinen mehr hatte (2 Wochen, ca.) wurde es endlich wieder Zeit dafür. Es gibt ja noch so viele Arten von Cheesecakes da draußen im Universum, welche ich ausprobieren muss. Dieser hier hat man aber schon lange unter den Fingernägeln gebrannt.

Eigentlich bin ich in diesem Fall sogar ein Wiederholungstäter. Diesen hier gab es sogar schon einmal bei uns im Hause B. Das ist jetzt aber wirklich schon lange her. Ich denke es war mein eigener Geburtstag vor 2 Jahren. Also noch vor meiner Blog-Zeit und vor ‚Ich backe, fotografiere und teile euch alles mit‘-Zeit.

Und ich finde, dass ja so ein Cheesecake ein optimaler Sonnenkuchen ist. Gekühlt muss er sowieso werden und dann auch noch ein Stückchen frisch aus dem Kühlschrank mit etwas Schlagobers. PERFEKT! Also darf dieser Cheesecake sehr gerne nachgemacht werden. Wegen diesen kleinen Mohnsamen zwischen den Zähnen darf man sich den Kopf nicht zerbrechen. Im Sommer hätte ich da mehr Sorgen meinen Gegenüber mit Schweißflecken zu irritieren.

Was wäre für euch so ein NO-GO bei einer Begegnung mit Mitmenschen? Schweißflecken? Essen zwischen den Zähnen?
Ich muss ja auch in meinem Beruf darauf achten, dass alles ‚in Ordnung‘ ist, wenn man im Verkauf mit vielen Menschen umgehen muss, die einen zwar nur kurz sehen, aber dennoch einen Eindruck von der jeweiligen Tagesverfassung bekommen. Meine Devise ist da immer: Alles paletti halten, lachen und dann zwischendurch ins Lager verschwinden und böse in den Spiegel des Badezimmers schauen. Das hilft wirklich! Man kann halt einfach nicht immer gut drauf sein, soll dies aber nicht wirklich zeigen gegenüber der Kundschaft. Diesen kleinen Trick hab ich damals bei meinem ersten Job gelernt und er hilft mir noch immer.

So, nun hol ich mir noch schnell ein Stückchen Cheesecake und setz mich wieder einmal auf die Terrasse. Fange ja heute erst nachmittags zum Arbeiten an. Bis dahin werde ich wohl dazu kommen mir die Zähne gründlichst zu putzen. Euch wünsche ich noch einen sonnigen Mittwoch und wir sehen uns am Freitag wieder.

Zutaten
Mürbteig:
- 210 g Mehl
- 40 g Zucker
- 1 Prise Salz
- 1/2 TL Backpulver
- 1 Ei
- 1 Eigelb
- 110 g Butter, kalt und kleingewürfelt
Mohnfüllung:
- 100 ml Milch
- 40 g Butter
- 40 g Zucker
- 1 Packung Vanillezucker
- 210 g gemahlener Mohn
Cheesecakefüllung:
- 1 Ei, getrennt
- 1 Prise Salz
- 1 Eigelb
- 100 g Zucker
- 1 Packung Vanillezucker
- 420 g Speisetopfen
- 160 g Sauerrahm
- 2 EL Speisestärke
- 1 EL frisch gepresster Zitronensaft
Zubereitung
- Für den Mürbteig: Alle Zutaten entweder in der Küchenmaschine (Food Processor) oder in einer Schüssel mit den Händen zu einem Mürbteig verarbeiten.
- Danach zu einer Scheibe formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für 1 Stunde in den Kühlschrank legen.
- Für die Mohnfüllung: Milch, Butter, Zucker und Vanillezucker in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist und sich der zucker aufgelöst hat.
- Das Ganze kurz aufkochen und danach den Mohn unterrühren, vom Herd nehmen und zugedeckt etwas quellen lassen.
- Den Backofen auf 175°C Ober- und Unterhitze (160°C Umluft) vorheizen, den Rost in der Mitte platzieren und eine 26 cm Springform mit Backpapier auslegen.
- Für die Cheesecakefüllung: Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.
- Den Rest der Zutaten miteinander verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Masse etwas heller wird.
- Den Eischnee vorsichtig unterheben. Kurz beiseite stellen.
- Den Mürbteig aus dem Kühlschrank nehmen und auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einem Kreis von ca. 28-30 cm Durchmesser ausrollen. Den Teig vorsichtig zusammenfalten, in die vorbereitete Form legen und wieder entfalten. Gut andrücken und der Rand sollte ungefähr 2-3 cm hoch sein.
- Die Mohnfüllung darauf verteilen und glatt streichen.
- Danach die Cheesecakefüllung darüber leeren und in den Ofen stellen. Der Cheesecake braucht insgesamt 45 min.. Nach 30 min. den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze hochschalten und fertig backen.
- Notiz: Der Cheesecake ist fertig, wenn der Rand fest ist und die Mitte noch etwas weich.
- Komplett auskühlen lassen und danach für 2-3 Stunden oder besser über Nacht in den Kühlschrank stellen.



Oh mein Goottt!
Der sieht umwerfend aus…leider sitze ich schon auf Arbeit, sonst würde ich jetzt wahrscheinlich grad Quark kaufen gehen…
Den muss ich auf alle Fälle mal probieren, meine Familie liebt Mohn (außer mein nicht-Kuchen-essender-Freund natürlich^^)
Meine Nachbackliste wird zu lang..und ich zu fett!
Schäm dich für deine tollen Kuchen, Kevin! (NICHT)
Allerliebst,
Elsa 🙂
Hi Elsa,
Danke dir 🙂 Und durchhalten 🙂 Der Zeitpunkt wird kommen, wo du all das backen kannst, wast du dir schon selbst schon vorenthalten hast 🙂
Liebste Grüße,
der nicht-schämende Kevin 🙂
Ja…Vielen Dank 🙂
Ich hoffe doch, dass diese Zeit BALD kommt. Ich werde berichten, versprochen 😉
"Und da ich schon lange keinen mehr hatte (2 Wochen, ca.)" hahahahaha, bei diesem Satz musste ich echt lachen 😀 ich finde deine Schreibweise sowieso super 😀 liebe Grüsse aus der Schweiz 😀
Haha 😀 Danke dir Diana 🙂
Liebste Grüße zurück aus dem verregneten Burgenland 🙂
Cheesecake mit Mohn klingt fabelhaft 🙂 Bei Cheesecake muss ich jetzt immer an meine Kollegin denken, die uns am Montag einen Erdbeer-Cheesecake mit zur Arbeit gebracht hat.. Sie hat den Kuchen vor versammelter Mannschaft angeschnitten und zack wie in einem schlechten Film lief der ganze Kuchen flüssig aus der Form 😀 Zum Glück nehmen wir alle sowas mit Humor 😀
Viele Grüße,
Jana
Hi Jana,
Ach solche Geschichten könnte ich auch erzählen ^^ Anfangs hatte ich immer die Befürchtung, dass ich meinen Cheesecake zu lange backe und der dann zu trocken wird. Hab ihn dann imer zu früh rausgenommen und nicht anständig abkühlen lassen. Dann ist mir die Suppe natürlich auch entgegengekommen 😛
Liebste Grüße, Kevin
Hallo Kevin,
oh ich teile deine Leidenschaft zu den köstlichen Versuchungen und es gibt ihn schon in sooo vielen Varianten, das ist der Wahnsinn.
Absolutes No-Go ist für mich, wenn jemand ungepflegt ist. Klar das hier und da mal jemand schwitzt oder man an den Zähnen sieht was er gegessen hat (solange nicht die ganze Mahlzeit aufgehoben wurde), stört mich aber nicht so. Fettige Haare oder Kleidung die Ewigkeiten nicht mehr gewaschen wurde, keine gepflegten Nägel, das sind alles Dinge die kann ich nicht ab.
Dein heutiger Cheesecake wäre bei mir zuhause nur etwas für mich, Mohn mag sonst keiner…
lg Tanja
Hi Tanja,
Ja klar, wenn es Kleinigkeiten sind, die stören mich auch nicht, aber wenn jemand selbst die großen Unansehnlichkeiten wie übelst viele Essensreste zwischen den Zähnen nicht erkennt, dann weiße ich denjeningen meistens höfflichst darauf hin ^^
Wie kann man nur Mohn nicht mögen :P?
Liebste Grüße, Kevin
Ich bin gestraft mit kulinarischen Banausen 😉
Hallo Kevin,
der Kuchen sah so lecker aus, den musste ich einfach nachbacken. Ich hab die Mohnfüllung leicht abgewandelt und auch einen anderen Mürbeteig genommen, aber hauptsächlich weil ich ihn in einer kleinen Form gebacken habe und das mit den halben Eiern immer schlecht ist 😀
Ganz viele Fotos findest du hier:http://sarascupcakery.blogspot.de/2015/08/ein-kuchen-als-erfrischung-mohn.html
Liebe Grüße
Sara
Hi Sara 😀
Das freut mich aber, dass ich dich zum Nachbacken animiert habe.
Toll ist dein Cheesecake geworden. Bin stolz 🙂
Liebste Grüße,
Kevin